Quereinsteiger

Unter dem Begriff Quereinsteiger versteht man Personen, die eine Tätigkeit ausüben, für die sie weder eine passende Ausbildung noch einschlägige Berufserfahrung mitbringen. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger gleichen fehlende formale Qualifikationen durch Kompetenzen aus ihrem bisherigen Berufsleben, durch Weiterbildung und durch Motivation aus. In Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen sie für viele Unternehmen an Bedeutung.

Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen wechseln das Berufsfeld

Im aktuellen Job fehlt vielen etwas, oder die Arbeit kostet mehr Kraft als früher. Gleichzeitig stellen sich praktische Fragen: Kann ich das überhaupt? Bin ich zu alt dafür? Wovon lebe ich in der Übergangszeit?

Typische Auslöser für einen Quereinstieg sind:

  • Der erlernte Beruf passt nach einer Lebensveränderung nicht mehr, zum Beispiel nach der Elternzeit
  • Ein Hobby oder eine Weiterbildung weckt eine neue Leidenschaft
  • Digitalisierung oder Branchenkrisen verändern das bisherige Arbeitsfeld
  • Gehalt, Aufstiegschancen oder Arbeitsbedingungen bleiben dauerhaft hinter den Erwartungen zurück

Eine Karriereberatung in Hamburg setzt an diesem Punkt an. Sie hilft, die eigenen Beweggründe zu ordnen und Wechselideen am Arbeitsmarkt zu prüfen.

Wie Arbeitgeber auf Lebensläufe ohne die klassische Ausbildung reagieren, hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert.

Quereinsteiger, vom Ausnahmefall zur gefragten Verstärkung

Sechs von zehn Unternehmen in Deutschland beschäftigen inzwischen mindestens eine Quereinsteigerin oder einen Quereinsteiger. Knapp neun von zehn berichten von guten Erfahrungen, und rund die Hälfte möchte künftig mehr Quereinstiege ermöglichen.

Der Grund: 2025 fehlten in Deutschland rechnerisch rund 370.000 Fachkräfte mit passender Qualifikation. Wo passende Bewerbungen ausbleiben, rücken Unternehmen von formalen Anforderungen ab.

Eine klare Grenze ziehen reglementierte Berufe. Wer zum Beispiel als Ingenieurin, Physiotherapeut, Ärztin, Anwalt oder Hebamme arbeiten möchte, braucht weiterhin die vorgeschriebene Ausbildung.

Bei allen anderen Berufen schauen Arbeitgeber vor allem auf etwas, das in keinem Zeugnis steht.

Was zählt für Arbeitgeber mehr als Zeugnisse?

Motivation und eine zur Stelle passende Persönlichkeit stehen bei fast allen Unternehmen an erster Stelle. Eine formale Qualifikation aus einem anderen Beruf erwarten dagegen nur gut vier von zehn. Viele Betriebe prüfen die Eignung lieber praktisch, über Probearbeit oder ein Praktikum.

Für Ihre Bewerbung heißt das: Belegen Sie Ihre Kompetenzen mit konkreten Beispielen aus Projekten, aus dem Ehrenamt oder aus der Familienzeit. Organisationstalent, Kundenkontakt oder Führungserfahrung lassen sich in fast jedes Berufsfeld übertragen.

Trotz dieser Offenheit braucht jede Wechselidee einen ehrlichen Realitätscheck.

Quereinstieg mit 50, zwischen Wunschbild und Arbeitsmarkt

Ein Missverständnis taucht in meiner Beratung immer wieder auf: wie z.B. die Annahme, mit Anfang 50 gelinge der Wechsel aus dem sozialen Bereich ins Mediendesign genauso leicht wie jeder andere Schritt. Möglich ist ein solcher Wechsel. Sehr schwer wird er trotzdem, weil junge, gut ausgebildete Menschen um dieselben Stellen konkurrieren und die Schnittmenge beider Branchen klein ist.

Im Coaching frage ich dann gern: Wenn das Ziel noch zu verrückt oder unrealistisch klingt, was wäre anstatt dessen aber möglich? Oft findet sich ein Berufsfeld, das in die neue Richtung geht und zugleich an vorhandene Stärken anschließt.

Für die Suche nach einem solchen Berufsfeld gibt es einen systematischen Weg.

Wie finden Sie heraus, welcher Wechsel zu Ihnen passt?

Am Anfang stehen drei Fragen: Was will ich? Was kann ich besser als andere? Welche meiner Erfahrungen zählen im neuen Feld?

Im Karriere-Profiling arbeite ich mit meinen Klientinnen und Klienten heraus, welche Berufsfelder zur Kernpersönlichkeit, den Kompetenzen, dem Entwicklungspotenzial und den Werten passen. Darauf baut die Positionierung für den Arbeitsmarkt auf: Wie präsentieren Sie Ihren bisherigen Weg so, dass er im neuen Berufsfeld überzeugt? Manchmal gehören auch Empfehlungen für eine gezielte Weiterbildung dazu.

Diese Bereitschaft gibt es auch auf Arbeitgeberseite: Nach einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2026 qualifizieren mehr als acht von zehn Unternehmen ihre Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger gezielt passend zum eigenen Bedarf weiter.

Karriere Coach

Wie kann ich wieder mehr "ich" sein im Job? Als Arbeits- und Organisationspsychologin und Karriere-Coach begleite ich Fach- und Führungskräfte in Hamburg und bundesweit bei der Stärkung Ihrer Karriere-Kompetenz. Gemeinsam klären wir Fragen wie: Was genau macht mich so unzufrieden im Job? Soll ich den neuen Job annehmen oder doch besser bleiben? Oder: Was muss ich tun, um meinen Traumjob zu bekommen? Das Ziel ist, dass Sie bald wieder zufrieden und erfolgreich sind – in einem Job, der wirklich passt.