Friedemann Schulz von Thun

Friedemann Schulz von Thun, Sohn von Wilma geborene Külper und Walter Schulz von Thun, besuchte die Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg. Schulz von Thun studierte von 1967 bis 1971 Psychologie (mit Philosophie und Pädagogik) in Hamburg, war als Diplom-Psychologe dann Assistent bei Reinhard Tausch und wurde 1973 mit seiner Dissertation Verständlichkeit bei der Wissens- und Informationsvermittlung zum Doktor der Philosophie (Dr. phil) promoviert. Die Habilitation erlangte er an der Universität Hamburg 1975 durch eine kumulative Habilitation. Im gleichen Jahr wurde er auf eine Professur für Schulpsychologie an der Universität Hamburg berufen; dort war er bis 2009 tätig.

Ab 1971 hielt er Trainingskurse für Lehrer und Führungskräfte, die anfangs von Leitideen des Verhaltenstrainings und angewandter Gruppendynamik bestimmt waren. Ziel war die „innere Demokratisierung“, das Erlernen eines partnerschaftlichen Miteinanders zwischen verschiedenen Interaktionspartnern. Durch die Beschäftigung mit Alfred Adlers Individualpsychologie und Ruth Cohns Themenzentrierter Interaktion vertiefte er das Verständnis für zwischenmenschliche Vorgänge. Aus der Integration von individualpsychologischen, humanistischen und systemischen Richtungen und seinen Kurserfahrungen entstand in den 1970ern das Modell des Kommunikationsquadrats, das er 1981 im Buch Miteinander reden, Störungen und Klärungen vorstellte.

Die Entwicklung eines Kommunikationsmodells

Friedemann Schulz von Thun prägte die moderne Kommunikationspsychologie maßgeblich durch die Entwicklung des Kommunikationsquadrats. Dieses Modell ermöglicht eine tiefgreifende Analyse von Kommunikationsprozessen und verdeutlicht die unterschiedlichen Ebenen und Aspekte von Nachrichten. Es bietet sowohl praktische Anwendungsmöglichkeiten als auch theoretische Einsichten in die Dynamik menschlicher Interaktion.

Einflüsse und Integration verschiedener Ansätze

Schulz von Thuns Arbeit zeichnet sich durch die Integration verschiedener psychologischer Ansätze aus, darunter die Individualpsychologie von Alfred Adler und die Themenzentrierte Interaktion von Ruth Cohn. Diese multidisziplinäre Herangehensweise ermöglichte ihm, ein ganzheitliches Verständnis für zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln und dieses in seinen Lehr- und Beratungstätigkeiten einzusetzen.

Anwendung in der Praxis und Rezeption

Das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun fand und findet breite Anwendung in unterschiedlichen Bereichen, darunter Psychotherapie, Beratung, Coaching, Management und Pädagogik. Seine Werke haben nicht nur die psychologische Forschung, sondern auch die praktische Anwendung von Kommunikationsstrategien nachhaltig beeinflusst und tragen zur Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen bei.

Quelle: de.wikipedia.org