Werte
Unter Werten versteht man die grundlegenden Überzeugungen, die Entscheidungen und Handeln von Menschen und Organisationen leiten. Im Berufsleben zeigen sie, was jemandem bei der Arbeit wichtig ist, etwa Verlässlichkeit, Autonomie oder Fairness. Zusammen mit den persönlichen Motiven bestimmen Werte, ob Aufgaben, Team und Unternehmenskultur dauerhaft passen.
Werte, warum sich ein guter Job trotzdem falsch anfühlen kann
Auf dem Papier stimmt alles: Das Gehalt passt, die Aufgaben sind anspruchsvoll, die Kolleginnen und Kollegen sind freundlich. Trotzdem fühlt sich die Arbeit zäh an, und im Kopf kreisen die Fragen: Warum reicht mir das nicht? Was fehlt mir hier? Wer so empfindet, stößt früher oder später auf das Thema Werte.
Werte zeigen, was einem Menschen wichtig ist, oft ohne dass er darüber nachdenkt. Erst wenn der Arbeitsalltag ihnen dauerhaft widerspricht, melden sie sich, als Unbehagen, als Gereiztheit oder als das Gefühl, sich täglich verbiegen zu müssen.
In meiner Beratung sage ich dazu oft: Man kann nicht dauerhaft gegen die eigenen Werte anarbeiten.
Karriereberatung in Hamburg setzt genau hier an: Bei beruflichen Übergängen klärt sie, welche Werte und Motive den Ausschlag geben, bevor die nächste Entscheidung fällt.
Trotzdem lohnt ein genauer Blick, denn hinter vielen Wertekonflikten steckt noch etwas anderes.
Werte oder Motive, was das Handeln stärker prägt
Viele halten Werte für den Kern der beruflichen Passung. Dabei sind Werte in unserer Kultur oft ähnlich: Ehrlichkeit, Respekt oder Verlässlichkeit würden die meisten Menschen sofort unterschreiben. Motive unterscheiden sich deutlich stärker von Mensch zu Mensch, und sie wirken stärker auf das eigene Handeln.
Werte und Motive hängen dabei eng zusammen: Motive sind handlungsleitend, sie treiben an. Werte setzen den Rahmen, was dabei als richtig und wichtig gilt.
Wie stark dieser Unterschied wirkt, zeigt sich immer dann, wenn ein Motiv auf eine Unternehmenskultur trifft, die es nicht bedient.
Warum es schwierig wird, wenn Motive und Unternehmenskultur nicht zusammenpassen
Ein Beispiel: Wer im sozialen Bereich arbeitet, trifft oft auf eine Unternehmenskultur, in der der Wert Beziehungen stark verankert ist. Wer neben dem Beziehungsmotiv auch ein hohes Leistungsmotiv mitbringt, bekommt irgendwann ein Problem, denn in diesen Beziehungs-Kulturen zählen einzelne Leistungen und Ergebnisse nicht viel.
Die Folge ist Frustration: Es wird viel geredet, aber oft nicht effizient gearbeitet. Das eigene Bedürfnis, etwas zu leisten und Ergebnisse zu sehen, läuft Tag für Tag ins Leere. Eine Unternehmenskultur besteht eben aus Werten, und sie belohnt das Verhalten, das zu ihnen passt.
Solche Konflikte lassen sich lösen, sobald sichtbar wird, welche Motive bei Ihnen den Ton angeben.
Wie Sie Ihre Werte und Motive sichtbar machen
In der Beratung leistet das die Motivübersicht des LINC Personality Profiler: Sie zeigt schwarz auf weiß, welche Motive Ihr Handeln antreiben und wie stark sie ausgeprägt sind. Im gemeinsamen Gespräch wird daraus ein Abgleich: Welche Unternehmenskultur bedient diese Motive, welche verletzt sie?
Aus dem diffusen Unbehagen wird so ein klarer Befund: Diese Aufgaben, dieses Umfeld und diese Kultur passen zu mir, jene nicht.
Was das für den nächsten beruflichen Schritt bedeutet
Wer seine Werte und Motive kennt, stellt zu Stellenanzeigen und in Vorstellungsgesprächen andere Fragen: Wie wird hier entschieden? Was wird belohnt? Wie geht das Team mit Ergebnissen um? So lässt sich eine Unternehmenskultur prüfen, bevor der Vertrag unterschrieben ist.
Und wer im aktuellen Job bleibt, kann gezielt verhandeln, welche Aufgaben mehr Raum bekommen sollen. Aus dem Satz, dass niemand dauerhaft gegen die eigenen Werte anarbeiten kann, folgt beides: die Freiheit zu gehen und die Möglichkeit, die eigene Rolle neu zu gestalten.
Dass Menschen sich bei den Werten ähnlicher sind, als viele vermuten, bestätigt die Studie „Arbeitswerte in Deutschland“ des Fraunhofer IAO mit der Medical School Berlin aus dem Jahr 2023: Bei Freude an der Arbeit und Selbstbestimmung waren sich die mehr als 1.000 Befragten weitgehend einig, deutlich auseinander gingen die Meinungen vor allem bei Status und Führungsverantwortung.

